Zusammenfassung Studie NIC-ex SX1
Gegenstand der Studie
Frühere Forschungen zeigten, dass die Anwendung eines schwachen
elektrischen Impulses auf das Gehirn die physischen und psychischen
Symptome der Drogenabhängigkeit deutlich minderte. Im Januar
2004 wurde am Universitätsspital Zürich eine klinische,
placebokontrollierte Doppelblindstudie zur Ermittlung der Wirksamkeit
der elektrischen Stimulation des Gehirns durch ein kleines, tragbares
Gerät, NIC-ex SX1, bei der Verringerung der Nikotinentzugserscheinungen
und dadurch bei der Hilfe für Raucherentwöhnungsprogrammen
abgeschlossen.
Ablauf der Studie*
Vierundsechzig chronische Zigarettenraucher, 20 Männer und 44
Frauen mit einem durchschnittlichen Alter von 42 Jahren, wurden nach
dem Zufallsprinzip in eine Gruppe von 31 Versuchspersonen mit wirksamen
Gerät (Intervention)und eine Gruppe von 33 Versuchspersonen
mit unwirksamen Gerät (Placebo) aufgeteilt. Alle an der Studie
beteiligten Personen, sowohl die Studienärzte als auch die Versuchspersonen,
waren nicht über die Behandlungsbedingung (Intervention oder
Placebo) informiert. Das vollautomatisierte Gerät sendete in
der Interventionsgruppe elektrische Stimulation mit einer speziellen
Frequenz über zwei hinter den Ohren platzierte Elektroden an
das Gehirn. In der Placebogruppe wurde ebenfalls ein elektrischer
Impuls abgegeben, der allerdings auf einer unwirksamen Frequenz lag.
Alle Versuchspersonen wurden während des 96-stündigen Behandlungszeitraums überwacht
und das Gerät anschliessend entfernt. Weitere Nachkontrollen
wurden 2 und 6 Wochen, sowie 3 und 6 Monate nach dem Beginn der Behandlung
durchgeführt. Zu diesen Zeitpunkten wurde der Gesundheitszustand,
die anfängliche Nikotinabhängigkeit, und der Raucherstatus
(Urintest für Nikotinabbauprodukt Kotinin) kontrolliert. Ein
Fragebogen zur Bewertung der Nikotinentzugssymptome wurde von jedem
Teilnehmer täglich während der ersten 2 Wochen der Studie
verwendet, vom Arzt bei der Untersuchung nach 6 Wochen und von der
Studienschwester bei den Untersuchungen nach 3 und 6 Monaten.
Zusammenfassung
| 1. |
Der Prozentsatz der Nichtraucher war bei der Interventionsgruppe
in allen untersuchten Zeiträumen (4 Tage, 2, 6 Wochen, 3
und 6 Monate) höher als in der Placebo- (Kontroll-)Gruppe. |
| 2. |
Die Interventionsgruppe verzeichnete nach 3 Monaten eine Erfolgsquote
von 51% Nichtrauchern im Vergleich zu 36% in der Placebo-Gruppe
und nach 6 Monaten eine Erfolgsquote von 42 % Nichtrauchern im
Vergleich zu 30 % in der Placebo-Gruppe. Dies sind höhere
Erfolgsquoten als bei anderen Raucherentwöhnungs-Methoden
(Nikotinersatz, Zyban, ärztliche Beratung) berichtet wird. |
| 3. |
Die Interventionsgruppe litt während des gesamten untersuchten
Zeitraumes unter deutlich geringeren Nikotinentzugserscheinungen
als die Placebo-Gruppe. |
| 4. |
Vor allem traten bei der Interventionsgruppe weniger körperliche
Beschwerden auf, weniger Konzentrationsschwierigkeiten, weniger
Unruhe und - was am Wichtigsten ist - weniger Verlangen nach
Zigaretten während der kritischen ersten sieben Tage des
Entzuges. |
| 5. |
Im Vergleich zur Placebo-Gruppe und anderen gegenwärtig
verwendeten Anti-Raucher-Hilfen hatte die Interventions-NIC-ex
SX1-Gruppe dadurch eine höhere Erfolgsquote. |
|